So ein Auslandsjahr muss man sich aber natürlich auch erstmal leisten können.
Das stimmt natürlich absolut und ich gebe zu, dass ich in der Hinsicht sehr viel Glück hatte. Mein Onkel hat eine kleine Marketingagentur und ich komme so zu gutbezahlten Lektoren- und Übersetzungsjobs.
Allerdings war es noch nie so einfach wie in der Gegenwart ins Ausland zu gehen.
Erstens muss man ja nicht um die ganze Welt reisen, man kann auch innerhalb von Europa bleiben.
Zweitens muss man ja nicht "nichts" tun sondern man kann durchaus auch arbeiten. Vor allem als Au-Pair braucht man wirklich nicht viele Finanzmittel, ein Bekannter von mir hat ein Jahr in den USA verbracht und hat insgesamt keinen Cent bezahlt. Flug, Unterkunft, Essen und Taschengeld wurde alles von der dortigen Familie bereitgestellt. Es gibt auch Agenturen die einem bei der Organisation von sowas helfen.
In Asien ist es auch recht einfach, allerdings ist der Flug leider sehr teuer. Aber sobald man dann dort ist, hat man kaum Lebenserhaltungskosten und als Weißer ist man begehrt von allerhand Firmen und Schulen. Ich wurde beispielsweise als Englischlehrer angefragt, obwohl ich nichtmal Muttersprachler bin. Der Grund: Es wertet das Image der Schule auf, wenn ein Weißer Englisch unterrichtet. Ein Neuseeländer, den ich dort kennengelernt habe, hat in einer Bar mit einem Chinesen geschwätzt und hat so einen Job bei einem Pekinger Finanzunternehmen bekommen, einfach weil er einen Bachelor in Wirtschaft hatte. Der arbeitet jetzt dort mit einem westlichen Gehalt, damit kann man dort Leben wie ein König.
Was ich damit sagen will: Es gibt eigentlich überall Möglichkeiten. Die größte Barrikade war für mich meine Angst, ich hab mir vor jedem Umzug in die Hose geschissen, aber wenn man dann dort ist und Leute kennenlernt ergibt sich fast immer etwas.
Trotzdem hast du natürlich Recht: Es ist grundsätzlich teuer und, wenn man keine Rücklagen hat, ein großes Risiko.
@Foxi: Danke für die Glückwünsche! Ich weiß noch nicht, wo es mich hinverschlagen wird. Jetzt kommt erst einmal ein Semester in Tokio im Herbst, danach die Bachelorthese und danach wird (hoffentlich) endlich gearbeitet. Ein guter Freund von mir gründet ein Unternehmen das in Albanien und den Niederlanden basiert und will das ich einsteige. Aber ich wäre auch gerne wieder in der Nähe meiner Familie in Bayern und dort arbeiten. Fest steht nur, dass nächstes Jahr sehr aufregend und voller großer Entscheidungen sein wird.
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