Wer aber solche Kleinigkeiten aufzählt, der will den Film von vornhereinhalber hassen. Wobei der Handlungsbogen mit der Casinostadt doch ziemlich gebremst hat. Na ja ... Allgemein finde ich ganz ansprechend, dass Der Letzte Jedi in eine etwas selbstkritische Richtung geht, und die wiederkehrenden Elemente der Saga auf den Kopf stellt. Er macht aber mit jedem Gucken weniger Spaß, einfach weil der Film an gewissen Stellen holpert. Und das fällt mit jedem Mal mehr auf.
Zur Leia-Szene: wirkt komisch, aber nachdem ich persönlich die Erklärung dahinter von dem Verantwortlichen gelesen habe, akzeptiere ich das total. Die Szene funktioniert zwar trotzdem nur zähneknirschend, aber ein Plothole oder so etwas gibt es nicht. Denn den Machteinsatz von Leia haben sie sich so erklärt, in dem sie ihn mit dem Ausschütten von Adrenalin in Notsituationen verglichen haben. Es gibt Fälle, in denen Menschen in solchen Notsituationen ungeheure Kraft entwickeln, und im Fall von Leia äußert sich das so, dass sie es schafft, die Macht zu benutzen (und sie ist ja eine Skywalker). Darüber hinaus ist sie im Weltraum, wo es keine Schwerkraft gibt, keinen Widerstand, nix. Der Kraftaufwand der Macht ist also minimal. Immer noch keine sonderlich gute Szene, aber zumindest sinnvoll begründet, finde ich.
Das Problem mit dem "Mudda-Witz von Poe" verstehe ich nicht. Dessen ganzer Handlungsbogen im Film befasst sich doch damit, dass er eingebildet ist, und lernen muss besonnener und ruhiger zu handeln. Mudda-Witz passt doch da voll in sein Kalkül.
Außerdem haben Deine-Mutter-Witze in Star Wars eine lange Tradition!
Und zum vereiteteln Kamikaze-Angriff von Finn: Der ganze Film handelt doch davon, dass ein Sieg des Widerstands auf Kosten von Menschenleben nicht erstrebenswert und der falsche Weg ist. Da läuft es doch total zuwider, wenn sich jemand im Finale für einen anderen opfert.
Aber dann wiederum opfert sich doch Luke Skywalker ...

Joa, wie gesagt, der Film holpert stellenweise ganz ordentlich. Wobei ich gerade die Darstellung von Luke als verbitterten Einsiedler, der von den Jedilehren enttäuscht und sich abgewendet hat unfassbar gut finde. Konnte da den Aufschrei dahinter nie verstehen, und war nach Das Erwachen der Macht nur logisch: wieso sollte der Retter der Galaxies, wenn er noch voller Elan und Tatendrang ist, sich auf irgendeinem Planeten ins Exil begeben? Der will natürlich nichts mehr von von dem Scheiß wissen, ist müde und mit dem Dreck durch.
Und Kylo ohne Hemd, oder Luke, der Leia neckt ... Fliegenschiss. Wenn der Film keine größeren Probleme hätte, würde der zur Speerspitze des Franchise gehören.