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Grand Theft Guantánamo:Kommentar von Peter Bathge zur Folterszene in GTA 5

Der Einsatz von Gewalt in Videospielen, ist berechnend. Es geht nicht um Botschaften, oder darum dass der Entwickler uns was vermitteln wollte, und zum Nachdenken bringen wollte. Es geht um Verkaufszahlen. %)

Ein Videospiel ist kein, oder zumindest sollte kein Medium sein um eine Botschaft zu übermitteln. Wer so etwas haben möchte sollte sich mit gehobener Literatur befassen und ein Buch lesen.

Wieso? Das sehe ich genau anders und spiegelt (leider) das wieder, was daumen in seinem Post geschrieben hat. Wieso werden bspw. Antikriegsfilme in der Fachpresse gefeiert aber alles der Art bei Spielen verteufelt? Wieso muss man dieses Medium immer so hervorheben / ausgrenzen? Verstehe ich nicht ganz. Nur weil man hier selbst aktiv wird? Das mag vll. eine Szene wie die hier diskutierte in einem anderen Licht dastehen lassen, weil man selbst als Spieler aktiv wird. Das sehe ich noch ein, ja. Wieso darf aber ein Spiel kein Medium sein, um eine Botschaft zu übermitteln? Erst recht aus dem Grund, den Anky angeführt hat:

Dann werden Videospiele aber niemals als vollwertiges Kulturgut angesehen werden.

Bei Activision darf man sich bestimmt sicher sein, dass die Flughafen-Szene deshalb implementiert wurde, um für Furore zu sorgen, was natürlich auch funktioniert hat. Dennoch, ungeachtet der Intention, die dahintersteckt, finde ich, dass solche Szenen besonders in Spielen mit Kriegsthematik eine Daseinsberechtigung haben. Wie (falsch) der Krieg in Spielen wie Call of Duty und Co. dargestellt wird, ist ja nicht schwer zu übersehen. Das authentischste daran sind meist noch solche Szenen, die den Krieg wirklich so darstellen, wie er ist. Und dazu gehören eben leider auch Kollateralschäden.

So sehe ich das auch. Wo ist der Hinweis an der Stelle auf - wieder mal - Spec Ops? ;)
 
Wieso? Das sehe ich genau anders und spiegelt (leider) das wieder, was daumen in seinem Post geschrieben hat. Wieso werden bspw. Antikriegsfilme in der Fachpresse gefeiert aber alles der Art bei Spielen verteufelt? Wieso muss man dieses Medium immer so hervorheben / ausgrenzen? Verstehe ich nicht ganz.

Ganz einfach, bei dem genannten Beispiel aus GTA handelst du aktiv, wärend man bei Filmen gleicher Machart nur passiv davor sitzt!
 
Ach Leute, jetzt lasst doch mal gut sein. Man ballert in dem Spiel reihenweise Familienväter über den Haufen, nur um eine Mission zu Ende zu bringen. Aber bei ´ner Folterszene fangen alle an zu diskutieren. Sowas halte ich persönlich für eine ziemliche Doppelmoral. Ich frage mich die ganze Zeit, welche wahnwitzige Aktionen jeder einzelne von Euch abgezogen hat um irgendwen möglichst kreativ oder "cool" in´s Pixelnirvana zu schicken.
 
Ach Leute, jetzt lasst doch mal gut sein. Man ballert in dem Spiel reihenweise Familienväter über den Haufen, nur um eine Mission zu Ende zu bringen.
Also heißt es, es soll keine Grenzen geben, weil wir eh ballern? Warum keine Vergewaltigingsszenen? " Drücken sie die X-Taste um der Frau eine in die Fresse zu Boxen."
Wo gibt es Grenzen? Was ist schlimm, und was nicht?

Außerdem sehe ich es genau so, wie Patsche.
 
Da wollen wir doch mal schön die Kirche im Dorf lassen.

Aber wenn Ihr unbedingt wollt, gibt es eine klare Grenze. Die fängt genau da an, wo unschuldige Menschen zu Schaden kommen. Dazu zählt auch jeder Passant, der bei GTA in Eile zu Klump gefahren wird. Normalerweise müsste generell jedes Spiel, bei dem auf Lebewesen geschossen wird, geächtet werden, da dies absolut Lebensfeindlich ist. Jagen gehört übrigens ebenfalls dazu, da dies zum reinen Zeitvertreib und nicht zur Lebenserhaltung der eigenen Gattung dient. Bei Filmen ist es übrigens genau das Gleiche. Wenn man sich Mord, Totschlag und Menschenrechtsverletzungen reinziehen will, soll man einfach um 20:00 die ARD einschalten. Ich würde also im allgemeinen raten, generell die Finger bzw. Augen von Medien zu lassen, bei denen es explizite Gewaltdarstellungen gibt.

Auf Dein Beispiel möchte ich aber auch gerne noch kurz eingehen. Wenn ein Spielcharakter zu einem Vergewaltiger wird, würde dieser Charakter im Normalfall unspielbar werden. Wäre aber ansich eine gute Möglichkeit, anhand der Spielbeobachtungen mit der neuen Konsolengeneration, gestörte Psychopathen unter den Spielern ausfindig und dingfest zu machen.
Was die Geschichte mit " Drücken sie die X-Taste um der Frau eine in die Fresse zu Boxen." angeht, das ist´n alter Hut. Gab es schon in früheren GTA Spielen, als man Prostituierte nach erbrachter Dienstleistung überfallen und ausrauben konnte. Wobei "überfallen" ein zu freundliches Wort für den eigentlichen Tathergang ist.

Deswegen abschließend meine Frage: Warum spielt Ihr GTA, wenn dort doch offensichtlich unschuldige überfahren, erschossen, gefoltert oder sonstwas werden?
 
Warum spielt Ihr GTA, wenn dort doch offensichtlich unschuldige überfahren, erschossen, gefoltert oder sonstwas werden?

Ganz einfach, weil sich 99% der Leute, die es spielen, sich keine Gedanken darüber machen, ob die Person, die sie gerade überfahren haben, eine Familie oder ein persönliches Schicksal hat. Es sind nur Pixel auf dem Bildschirm bzw. eine aus Polygonen zusammengesetzte Figur. Über die Hintergründe denkt man in dieser Situation nicht nach.

Das gilt aber für alle Spiele. Sicherlich gibt es auch Grenzen, aber die Frage ist wann sind diese erreicht? Das muss jeder persönlich entscheiden. Mir wird beispielsweise schlecht, wenn ich Call of Duty spiele. Araber werden als Massenmörder, Vergewaltiger, einfach als böse Menschen dargestellt. Wohingegen die westlichen Mächte/Amerikaner als Helden darstehen.

Zwar ist mir durchaus bewusst, dass ich jetzt von der Gewalt gegenüber Personen auf die Darstellung von Ethnien abgewichen bin. Allerdings bilden Videospiele nicht meist nicht die Realtität ab, sondern eine Scheinwelt bzw. eine Idealisierte ab.
Würde man tatsächlich versuchen, dies so umzusetzen müsste dies sowohl bei Spielfigur als auch Spieler Emotionen auslösen. In der Theorie ist es nur ein Druck auf einem Controllerknopf, der einen tödlichen Schuss auslöst und das war es. Wie würde es aber im echten Leben aussehen? Kaum ein Spieler weiß, wie es sich anfühlt einen Menschen zu töten oder der täglichen Brutalität des Krieges ausgesetzt zu sein. Ich bin der Überzeugung, würde man tatsächlich eine realistische Kopie der wirklichen Welt nachbauen, dann würde man dieses Spiel nicht spielen wollen, ganz einfach weil man mit den Konsequenzen aus den Entscheidungen die man treffen müsste, wohl nicht mehr leben könnte.

Beispielsweise die von dir angesprochene aktive Vergewaltigung eines Individuums, was würde das für Emotionen auslösen? Die meisen Spieler wären wohl angewidert und es wäre auch moralisch verwerflich. Trotzdem wäre es auch gleichzeitig wieder interessant zu sehen/erfahren, wie sich der einzelne Spieler in dieser Situation gefühlt hat. Es ist ein zweischeidiges Schwert und ich kann deine Bedenken verstehen. Gerade vor dem Hintergrund von Virtual Reality, bei dem meiner Meinung nach das Töten von Menschen noch intensiver erlebt wird und dadurch ggf. eine weitere Abstumpfung des Menschen erfolgt, die es jetzt schon gibt. Hört man beispielsweise 20 Tote durch Autobombe im Irak denkt man sich Alltag, geschieht dies jedoch in den USA, sind die Medien voll davon und der Aufschrei riesengroß.
 
Worum es mir eigentlich geht. Ich bin ja keiner dieser Spinner, die meinen Videospiele seien jugendgefährdend. Auch bin ich nicht der Meinung dass solche Szenen verboten werden sollen. Aber ich denke, man sollte nicht so leichtsinnig solche Szenen in ein Videospiel einbauen. Ich kritisiere den Umgang mit sowas.
Um noch auf den Post von NDZ zu kommen. Natürlich können auch Videospiele Themen ernst behandeln, und Botschaften vermitteln, zum Nachdenken bringen. Tun sie aber nicht. %)
Seit das Videospiel das Kinderzimmer verlassen hat, versuchen Entwickler das Videospiel erwachsen wirken zu lassen. Aber auf eine lächerliche Art, die sich wohl eher an pubertäre Teenys richtet.
Es gibt kaum bis keine Spiele, wie Spec Ops tL. Es geht nicht um die Frage wie schlimm diese Szene ist, sondern warum man diese in so ein Spiel einbaut. Botschaft? Wohl kaum. %) Aufmerksamkeit und PR? Ganz klar.
Wenn man solche Szenen in ein Videospiel einbaut, dann bitte so das es Sinn ergibt. Nicht leichtfertig.
Unterschied zur Filmen? : Spiele werden nie ernst genommen, so lange die Entwickler einige Dinge nicht ernst nehmen, und mit Köpchen damit umgehen. (Activision, Rockstar, und wie sie alle heißen) Filme sind sehr oft Kunst, Spiele noch lange nicht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die Szene ergibt doch Sinn. GTA hat noch immer Amerika parodiert. Seine lustihen aber auch ernsten, für viele nicht wirklich verständliche Gegebenheiten.
Dazu gehört leider auch das Foltern an, zum Teil auch nur vermeindlichen, Sträflingen, vor allem in Guantanamo.
Aus vermeintlichen Terroristen, natürlich aus dem nahen Osten, wurde durch stupide Folter versucht etwas rauszupressen wo oftmals nichtmal was rauszubekommen war.

Deswegen fand ich die Stelle persönlich auch nicht übertrieben. Ich fand sie echt passend deswegen zu GTA.
 
Es wird übertrieben dargestellt, wie lächerlich sich Geheimdienste oder sonstige Behörden verhalten. Keiner hört dem Gefangenen zu, und wenn sie ihn normal gefragt hätten, hätte er auch geantwortet. Ich habe bei der Szene teilweise sogar gelacht. Nicht wegen der Gewaltszenen oder der Folter, sondern wegen der Gespräche dazwischen und ihrer unglaublichen Absurdität. Man könnte es sozusagen als Kabarett betrachten. Nur leider, und in diesem einen Punkt stimme ich Paul23 zu, die Zielgruppe passt nicht. Ab einem gewissen Alter kann man klar differenzieren, worum es in dieser Szene eigentlich geht. Aber ein großer Prozentsatz der Spieler von GTA ist weit unter 18 und findet es cool oder witzig. Gerade in den USA, wo es auf Grund der allgemeinen Terrorhysterie noch mehr zum Nachdenken anregen sollte.

Ich persönlich denke nicht, dass Rockstar diese Szene eingebaut hat um PR zu machen. Das hat ein GTA nicht nötig. Wohingegen Call of Duty sehr wohl überlegen muß, wie sie von den stumpfen "Headshot-Kiddies" hin zu einem erwachsenen Publikum kommt. Spec Ops hat wunderbar gezeigt, wie man diesen Weg gehen kann. Aber wieviele haben sich das Spiel gekauft?

So übertrieben ich diese ganze Diskussion auch finde (die Bundestagswahlen 2013 und der Geschwindigkeitsrekord der gebrochenen Versprechen beunruhigen mich viel mehr), bin ich trotzdem froh Teil einer Community zu sein, die sich um solche fragwürdigen Inhalte Gedanken macht und anstelle von schwachsinnigem Gebashe in der Lage ist auf einer guten Ebene zu diskutieren.
 
Ich wollte mich ja nicht einfach so dagegen stellen, und ich muss nicht zwingend Recht haben. Und vielleicht habe ich gar keine Ahnung von GTA. :) Ich stelle mir nur die Frage, ob sowas wirklich Sinn macht, in einem Videospiel. Ob Spieler wirklich, in so einer Szene selbst aktiv eingreifen müssen? Denn das Spiel lässt einem quasi keine Wahl.
Naja, letztendlich muss es ja keiner spielen, wenn es ihm nicht gefällt. :)
 
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