AW: Silent Hill 5: Homecoming
Gut wenn Dave die Meckerschiene rausholt halte ich mal dagegen
Also ich hab Silent Hill Homecoming auch seit dem Wochenende durch und auch alle 5 Enden erspielt. Fang ich mal mit den positiven Sachen an, so wie man das in nem anständigen Fazit macht
Da wäre an erster Stelle der Soundtrack. Für mich der bisher beste der ganzen Serie. Akira Yamaoka hatte mittlerweile 5 Teile lang Zeit sich immer weiter zu steigern und dies merkt man auch im 6. Teil. Die einsetzenden Musikstücke sind perfekt getimed und Mary Mcglynn für die Songs ist schon seit SH 4 eine Offenbarung. Von der Seite gibt es für mich null Anlass zur Kritik.
Okay die Umgebungsgeräusche wenn man läuft sind manchmal etwas irritierend. Hatte oft ein doppeltes metallisches klopfen, das waren aber irgendwie meine eigenen gedoppelten Schritte.
Dann haben mir die Schauplätze sehr gut gefallen und waren endlich mal wieder was neues. Mir gefällt es wesentlich besser kleine Spielabschnitte zu haben, dafür aber mehr. Nach 5 Teilen ging es mir irgendwie auf den Keks immer im Krankenhaus,Hotel und Ubahn rumzurennen. Jeweils immer 5-10 Etagen die identisch sind. Das macht Homecoming imo wesentlich besser. Die Orte sind größtenteils frisch und wiederkehrende Bekannte sind glücklicherwiese wesentlich kürzer gehalten. So finde ich es absolut klasse, dass sich der Teil in Shepards Glen eigentlich nur auf diesen einen Kartenausschnitt reduziert, ich dort aber fast alles auf der Karte erkunde. Das Haus von Alex, das Polizeirevier, das Rathaus etc sind alles frische Orte und auch einen Friedhof hatte man in diesem Sinne in keinem Silent Hill vorher.
Die Rätsel haben mir sehr gut gefallen. Ich mag Schieberätsel und auch die anderen Rätsel waren bei weitem nicht solche Lückenfüller wie in Teil 4. Gerade solche Texträtsel wie aus den ersten Teilen waren vorhanden und auch nicht einfach im vorbeigehen zu lösen (z.B. das im Gefängnis kurz vor dem 3. Boss). Das Zahlenspiel mit 206 war dann vielleicht einenTick zu oft, auch wenn es ja zur Story gehört. Nervig war nur das eine Schloss im Polizeirevier. Wenn ich nen 6 Stellen Schloss habe, probiere ich keine 3 Stellen Kombinationen aus
Das sind die Dinge die mich fast restlos überzeugt haben. Dann gibt es Dinge die vieles richtig machen, aber sicher noch besser gehen.
Im Gegensatz zu Dave fand ich die Anleihen an bekannte Filme sehr gut eingebaut. Daran merkt man einfach das die Entwickler Amis sind, bei Konami direkt hätte es sowas sicher nie gegeben. Ich finde es gut, dass sich das Spiel nicht zu schade ist Teile vom gelungenen Film zu übernehmen. So sehe ich die Ordnenskämpfer als Bereicherung im Silent Hill Universum. Ob nun Hostel und Saw sein muss, muss jeder für sich entscheiden, man kann aber nicht abstreiten das es handwerklich gut implementiert wurde. Es ist nicht sinnfrei eingebaut und erfüllt seinen Zweck. Das der Gore etwas zugenommen hat ist für mich nicht wichtig, ist aber auch nicht negativ.
Die Gegner sind für mich eine zwiespältige Angelegenheit. Das Design ist abgefahren wie immer. Doch viele Gegner waren eigentlich nur Abwandlungen zu den Vorgängern. Da hätte ich gerne bissel Abwechslung. Was mir (nach langer Einarbeitungszeit

) gefallen hat, waren die Möglichkeiten die Gegner zu besiegen.
Ich brauchte sehr lange um mit dem Kampfsystem klarzukommen. Anfangs hab ich es halt wie ein SIlent Hill gespielt - ran an den Gegner und feste druff. Nachdem ich 2-3 mal das Zeitliche gesegnet hatte, musste ich umdenken. Wenn man aber erst einmal die Schwachstellen der Gegner herausgefunden hat, dann entwickeln sich interessante Kämpfe. Schlecht fand ich es, das bei den Ordnenswächtern bei zwei Gegnern immer nur einer agiert, da ging einiges an Spannung verloren, als wenn der zweite mir mal in den Rücken hauen würde ^^ .
Das mit dem Messer hätte ich zum Beispiel nie erfahren, weil ich als Standdardspieler (so bezeichne ich mich mal im Gegensatz zu Dave, der ja alles mögliche auspropiert etc) automatisch von Messer auf Rohr bzw Axt wechsle, weil es einfach "stärker" ist. Denke das war auch der Gedanke der Entwickler. Klar ist das Messer dennoch zu stark. Und die Einschränkung der Patronen ist ne Bevormundung, dann sollen die Entwickler lieber weniger Munition verteilen und ich muss selber rationieren.
Die Zwischen- und Endgegner waren auch nicht nur positiv in meinen Augen. Gut fand ich, dass man bei einigen wirklich eine Taktik brachte um sie zu besiegen. Hab teilweise ne Ewigkeit mit denen gekämpft um zu wissen was ich machen muss. Umso unverständlicher, warum ich dann die beiden letzten Gegner wieder mit einfachem Rumhämmern und gelegentlichen Ausweichen besiegen kann.
Das Design war mir insgesamt auch viel zu ähnlich. Ich kämpfe jedes mal gegen ein Spinnenvieh/Wurm, die Puppe mal ignoriert. Das geht wesentlich besser.
Die Steuerung ist teilweise etwas schwammig. Das ärgert mich vor allem im Inventar bei der Objektauswahl. Ich will nicht wissen wie oft ich ausversehen ein Serum genommen habe, obwohl ich nur nen Gesundheitsdrink wollte. Das ging mir schon in Bioshock so. Das Auswählen über die Sticks ist nichts für mich
Beim Seitwärtsgehen ist die Kamera sehr träge und fährt nicht schnell genug mit mir mit.
Die Story hat mir dagegen gut gefallen. War sicherlich nicht so gut wie Teil 1-3, aber es gab neue Ansätze und ich wurde gut unterhalten.
Die Grafik erfüllt auch vollkommen meine Asprüche, ich will bei nem SH keine Uncharted Glanzoptik etc.
Dann geh ich mal zum Schluss noch direkt auf Kritik von Dave ein:
Die "Otherworld"/Albrraumwelt ist fast komplett für den Popo und schlecht umgesetzt.
Jein, die Anzahl der Abschnitte war für mich vollkommen ausreichend. Ich fand es mitunter recht nervig in alten Teilen wenn ich 5 Etagen Krankenhaus normal gemeistert hatte, und ich genau wusste, jetzt kommt das gleiche in rostbraun noch mal. Da gefällt es mir so wesentlich besser, denn die Wechsel kommen überraschend.
Wirklich gruselig sind diese Parts dagegen meistens wirklich nicht, da wäre mehr drin gewesen.
Gegnerdesign war ähnlich durchwachsen wie bei SH4, die Order-Soldaten sind wohl aber die langweiligsten Gegner die man sich für ein SH ausdenken könnte.
Wie erwähnt sehe ich es gar nicht so. Sind eine erfrischende Abwechslung zum Monstereinheitsbrei. Zu Beginn des Spiels machen sie keinen Sinn, also tauchen sie am Ende auf. Das sie sich so häufen liegt am Design des letzten Abschnitts, klar. Kann man vielleicht besser lösen, aber für mich hat es gepasst und ich hätte nichts gegen diesen Typ Gegner in weiteren Teilen.
Balancing ist nicht gut geworden. Wie erwähnt ist die erste Hälfte des Spiels quasi schwerer, ebenso einige der Bossgegner (Scarlet).
Joa das ist war. Bei Scarlett war ich mal ohne ein einziges Item, beim Endkampf hatte ich 7 Erste Hilfe Kästen

Das scheint aber ein Trend zu werden. Genau das gleiche Problem gab es bei Bioshock auch. Hoffe es war nur bei den beiden Games so.
Speicherpunkte fand ich dagegen bis auf einzelne Stellen vollkommen ausreichend. Und wo die gut versteckt sind weiß ich auch nicht. Ich hab bis auf einen alle gefunden und das ohne große Probleme. Du hast selber fast alle SH gespielt und weißt wie wichtig es ist die Umgebung nach Healthdrinks etc. zu durchsuchen. Wenn man das macht, findet man die Savepoints zwangsläufig. Noch dazu ist es für mich ein Spannungsmoment, zu wissen "Scheiße zum letzten Save komme ich nicht, was nun".
apropos Nerven, manchmal tat ich mir schwer zu erkennen, wo genau es denn nun weiter geht.
Hatte ich bis auf eine Stelle auch null Probleme. Gab immer Infos wo lang und die Lücken waren eigentlich immer klar ersichtlich. Generell fand ich dieses Feature sehr gut, es macht das Ganze dynamischer. Nervig waren allerdings die langsamen Animationen beim Türen öffnen oder Zerhacken etc. Man hatte quasi keine Chance die Gegener zu umrennen, man musste sie besiegen um in Ruhe die Tür zu knacken.
nachdem man erkennt, dass man das Messer für fast alle Gegner und Endgegner super verwenden kann, verlieren diese irgendwie an Reiz.
Dann nimm nicht das Messer
Pures Fanhätscheln, aber nun auch nicht weiter störend. Auch das baut imo auf die Psyche der Silent Hill Fans auf. Jeder der weiß was das Vieh kann, ist erstmal verängstigt, weil er jeden Moment um die Ecke kommen kann.
Die Endings sind übrigens fast alle meh und dass ich beim 1. Mal zufällig sogar das UFO-Ending erreichen konnte, sorgte auch nicht gerade für einen guten Abschluss)
Ich fand die Endings größtenteils recht stimmig, und um das Ufo zu bekommen, muss man schon im Kontext sehr merkwürdige Entscheidungen treffen
Fazit: Ich wollte ein Silent Hill und habe es bekommen. Mir sind Sound und Atmosphäre wesentlich wichtiger als Dinge wie der geschulte Türschlossblick oder ähnliche Kritkpunkte. Es gibt für mich einige frische Ansätze die mir gefallen haben. Klar gibt es auch einige verbesserungswürdige Dinge, diese schmälern den Spaß am Spiel aber kein Srück.