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  1. #2161
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    Ich verstehe den mittlerweile generalisierten Hass gegen Ausl√§nder, Religion irgendwie nicht. Ich kann es aus logischen Gr√ľnden nachvollziehen, wenn eine gewisse Gruppe (armutsgef√§hrdete Menschen) wirklich Angst davor hat. Wenn man wirtschaftlich schon angeschlagen ist, dann braucht man diesen zus√§tzlichen "Klotz am Bein" auch nicht. Aber gerade in einer Wohlstandgesellschaft wie in Mitteleuropa sie gelebt wird hat es diesen verpauschalierten Hass √ľberhaupt nicht notwendig.

    Vor allem ist unsere Gesellschaft aus meiner Sicht total verwöhnt. Wir haben zwar eine hohe Beschäftigungsrate, gleichzeitig aber auch eine hohe Arbeitslosenrate. Dabei gibt es noch Branchen(Handwerk, IT, Sozialarbeit) die Fachleute suchen. Wo sind diese Fachleute? Warum aber arbeiten gehen, wenn man vom Sozialstaat leben kann... Diese Leute integrieren sich auch nicht wirklich in die Gesellschaft, obwohl sie keine Ausländer sind.

    Jetzt k√∂nnte man sagen "Ja es w√§hlen ohnehin nur die Rechts, die sozial unbeholfen und keine richtige Perspektive haben." Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das auf ein Viertel der √Ėsterreicher zutrifft.

    Uns geht es doch gut. Auf irgendwelche (PISA-)Studien pfeif ich ohnehin. Anscheinend sind wir zu dumm in Mathematik und Deutsch und trotzdem sind in Deutschland √∂sterreichische Fachkr√§fte sehr gefragt. Aber vielleicht sind es gerade die √∂sterreichischen Arbeitskr√§fte die f√ľr den Abgasskandal verantwortlich sind.

    Gerade bei den jungen Leuten ist die rechte Seite sehr popul√§r - warum? Wir haben ein gutes Bildungssystem, der Wirtschaft geht es auch gut, wir haben ein funktionierendes Gesundheitssystem, dass zwar zuviel Budget frisst, aber es funktioniert. Wer ins Krankenhaus muss, kommt auch dahin. Medizinische Versorgung ist erstklassig. Es mag zwar sein, dass nicht jeder das werden kann, was er/sie werden will, weil einfach dazu die Stellen fehlen. Aber wie angedeutet gibt es Branchen wo noch Fachkr√§fte gesucht werden. Wenn es keine Nachfrage f√ľr das Angebot gibt, dann finde ich das durchaus legitim, wenn der b√∂se Ausl√§nder, die Arbeitspl√§tze wegnimmt, wenn eh nicht nachgefragt wird.

    Das ist die eine Seite.

    Eine totale Verhetschelung des Themas finde ich aber auch falsch, weil es auch bei den Einwanderungen schwarze Schafe gibt. Das fängt von dem einen Teil an, der sich gar nicht wirklich integrieren will, bis hin zum Terroristen. Integration funktioniert nur, wenn beide Seite sich ins Zeug legen und mithelfen.

    Aber gesamtbetrachtet leben wir doch in einer Gesellschaft wo es uns eigentlich gut gehen sollte. Daher verstehe ich nicht warum mittlerweile soviele Menschen den Rechtspopulismus w√§hlen. Kurzfristig mag das vielleicht die L√∂sung f√ľr das politische Versagen der gro√üen Parteien sein, aber langfristig wird die Integration noch schwieriger was zur Folge hat, dass die Kriminialit√§t und folgedessen der Hass steigt. Dann kommt irgendwann der B√ľrgerkrieg.

    "Die Ausländer nehmen uns alles weg." Dabei wissen sie nicht einmal was es genau ist. Und wie gesagt es kann nicht sein, dass mittlerweile 25% der gesamten Bevölkerung (wahrscheinlich sogar mehr) davon betroffen ist.

    Das Einzige wo der Staat h√§rter durchgreifen sollte sind Sanktionen f√ľr ausl√§ndische Kriminelle. Aus meiner Sicht wird hier zu wenig hart durchegriffen und das sagt auch mein Onkel, der im Innenminisiterium arbeitet.
    Geändert von Kraxe (08.08.2017 um 09:41 Uhr)
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  2. #2162
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    Leider gibt es halt viele Idioten in Deutschland die mit so ner Schei√üe wie der Pegida oder der AfD sympatisieren oder solche auf Randale geb√ľrstete Arschl√∂cher wie beim G9-Gipfel in Hamburg
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  3. #2163
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    und dan kommt noch hinzu dass viele ausl√§nder die sich total integriert haben abgeschoben werden. Ich kriege oft meldungen von change.org wo deutsche mitb√ľrger um ihre ausl√§ndische Freunde, mitsch√ľler, Sch√ľler etc. k√§mpfen m√ľssen.
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  4. #2164
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    Zitat Zitat von Kraxe Beitrag anzeigen
    Vor allem ist unsere Gesellschaft aus meiner Sicht total verwöhnt.

    Uns geht es doch gut.

    Aber gesamtbetrachtet leben wir doch in einer Gesellschaft wo es uns eigentlich gut gehen sollte.Aus meiner Sicht wird hier zu wenig hart durchegriffen und das sagt auch mein Onkel, der im Innenminisiterium arbeitet.
    Geht es uns wirklich so gut?

    Ich stimme vollkommen damit √ľberein, dass die Lebensqualit√§t heute sehr viel besser ist als noch vor 20, 30 oder 50 Jahren. Wir haben eine nahezu hervorragende Gesundheitsversorgung, eine gute Infrastruktur oder auch Sozialhilfen. Dazu w√ľrde ich auch ganz banale Dinge wie √∂ffentliches WLAN oder √∂ffentlichen Personennahverkehr z√§hlen, denn das ist alles andere als selbstverst√§ndlich.

    Aber der durchschnittle Wohlstand der Bev√∂lkerung ist immens gesunken. Fr√ľher konnte man als Handwerker, Bauarbeiter oder Verk√§ufer noch relativ gut leben. Zumindest waren die Leute noch in der Lage sich zumindest ein kleines Haus oder eine Wohnung und ein Auto zu leisten. Heutzutage ist dies vollkommen utopisch. Deutschland hat im EU-Vergleich mit gro√üen Abstand die niedrigste Quote an Wohneigent√ľmern. Diese Quote gibt an, wie viele Leute in einer Wohnung oder Haus wohnen, dass ihnen tats√§chlich geh√∂rt. Im Umkehrschluss hei√üt dies, dass in Deutschland die meisten Leuten in der EU in Miete leben. Gerechetigkeit sieht anders aus.

    Man muss sich nur mal die prozentuale Wohnmarktsituation in Deutschland ansehen. Da f√§llt einfach auf, dass gerade in den sog. Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg und Bremen der Wert extrem niedrig ist. Ich sehe es hier in Bayern selbst. Teilweise kostet nur der Quadratmeter Bauland bereits √ľber 200 ‚ā¨ und dann reden wir √ľber eine l√§ndliche Region. Bei einem kleinen Grundst√ľck von 800 Quadratmetern sind dies 160.000 ‚ā¨, vorausgesetzt das Baugrundst√ľck ist auch vollst√§ndig erschlossen. F√ľr das Haus kann man dann in etwa den gleichen Preis noch einmal ansetzen, wodurch man bei mindestens 300.000 ‚ā¨ ist.
    Als absoulutes Extrembeispiel kann ich nur M√ľnchen anbieten, wo Leute f√ľr eine 2 Zimmerwohnung eben Preise von 350.000 ‚ā¨ zahlen m√ľssen. Selbst hier in einer Kleinstadt zahlt man so viel bereits f√ľr normale Wohnung mit 4 Zimmern. Wer soll sich dies ernsthaft leisten?

    Erschwerend kommt hinzu, dass viel zu selten Gr√ľndst√ľcke, H√§user oder Wohnungen direkt an Leute gehen, da sie dort mehr Geld erhalten als bei einem Verkauf an Privatpersonen. Sehe es an den Anzeigen in der Zeitung viel zu oft, dass die Verk√§ufer eben das Grundeigentum an einen Bauunternehmer verkaufen, welcher wiederum nach einem Neubau oder Renovierung eben mit Gewinn weiterverkauft. Kann den Verk√§ufern andererseits auch keinen Vorwurf machen, weil warum sollten sie freiwillig auf Geld verzichten und wenn es ‚Äúnur‚Äú 10.000 ‚ā¨ sind? Im Endeffekt bleibt den meisten Leuten dann nur √ľbrig die Wohnung oder das Haus zu mieten, weil es zu viel ist. Der Vermieter ist dann in der Regel jemand, der die Immobilie nur zur Geldanlage erworben hat und es eigentlich gar nicht n√∂tig hat als Eigent√ľmer im Grundbuch eingetragen zu sein.


    Nat√ľrlich habe ich mit dem Eigenheim ein Extrembeispiel gew√§hlt. Allerdings was gibt es besseres als den absoluten Wohlstand f√ľr einen "normalen" B√ľrger als die eigenen vier W√§nde?

    Beispielsweise sind auch Autos mittlerweile unversch√§mt teuer, wenn man sich einmal ansieht, was der Volkswagen Golf als Neuwagen kostet. Habe mir aus Spa√ü einen Golf einmal konfigurieren lassen und bin ohne irgendwelchen besonderen Schnickschack schon auf knapp 30.000 ‚ā¨ gekommen. Das ist f√ľr die meisten Arbeitnehmer schon mehr als ein Nettojahresgehalt.


    Wie gesagt stimme ich mit dir damit √ľberein, dass unser Lebensstandard sehr hoch ist, aber der Wohlstand ist ungerecht verteilt, weshalb leider Asylbewerber bzw. Ausl√§nder daf√ľr herhalten m√ľssen, dass etwas bei uns schief l√§uft, obwohl die Gr√ľnde f√ľr das Versagen an anderer Stelle zu suchen sind.
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  5. #2165
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    Zitat Zitat von Ankylo Beitrag anzeigen
    Geht es uns wirklich so gut?
    kann man nicht pauschal beantworten, jeder muss f√ľr sich kl√§ren was man unter "gut" versteht. und vorallem kommt es auf die gegend an. wenn ich so meinen heimatort anschaue, dann gibt es nur eine antwort: ja uns geht es definitiv gut. alles was an baugebieten neu erschlossen wird ist quasi instant weg. alles eigentumsh√§user. potente und wirtschaftsstarke arbeitgeber sind der grund. mag in anderen teilen deutschlands anders aussehen.
    aber wir alle k√∂nnen wohl drei kreuze machen, dass wir in frieden leben und nicht tagt√§glich um unser leben f√ľrchten m√ľssen. also ja. uns geht es verdammt gut. das sind nur so sachen die man schnell mal vergisst, weil man terror und krieg ja nur aus dem fernsehen kennt. deine gro√ü- oder urgro√üeltern w√ľrden bei deinen problemen wahrscheinlich nicht mal ein m√ľdes l√§cheln f√ľr dich √ľbrig haben.
    Geändert von FxGa (11.08.2017 um 21:22 Uhr)
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  6. #2166
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    Zitat Zitat von FxGa Beitrag anzeigen
    kann man nicht pauschal beantworten, jeder muss f√ľr sich kl√§ren was man unter "gut" versteht. und vorallem kommt es auf die gegend an. wenn ich so meinen heimatort anschaue, dann gibt es nur eine antwort: ja uns geht es definitiv gut. alles was an baugebieten neu erschlossen wird ist quasi instant weg. alles eigentumsh√§user. potente und wirtschaftsstarke arbeitgeber sind der grund. mag in anderen teilen deutschlands anders aussehen.
    aber wir alle k√∂nnen wohl drei kreuze machen, dass wir in frieden leben und nicht tagt√§glich um unser leben f√ľrchten m√ľssen. also ja. uns geht es verdammt gut. das sind nur so sachen die man schnell mal vergisst, weil man terror und krieg ja nur aus dem fernsehen kennt. deine gro√ü- oder urgro√üeltern w√ľrden bei deinen problemen wahrscheinlich nicht mal ein m√ľdes l√§cheln f√ľr dich √ľbrig haben.
    Den Vergleich zu Gro√üeltern oder Urgro√üeltern verlieren wir deutlich, aber ich finde man bekommt heute viel zu wenig f√ľr sein Geld oder besser gesagt, es ist schwieriger sein Geld zu vermehren. Fr√ľher konnte man immerhin schon mit wenigen DM einiges anfangen, da man sehr hohe Sparzinsen bekommen hat. Heutzutage kann man dies vergessen.

    Ein k√ľnftiges Hauptproblem sehe ich in der Altersarmut. Schon heute kommen viele Leute kaum oder schwer √ľber die Runden, obwohl sie arbeiten gehen. Wie soll das einmal funktionieren, wenn die Leute in die Rente gehen? Die Miete sinkt nicht und die Lebenserhaltungskosten werden nicht weniger, aber gleichzeitig bricht ein erheblicher Teil der Einnahmen weg. Dann lebt man zwar in einem Land der Ersten Welt, aber dort am Existenzminimum. Man sollte sich auch im Alter etwas leisten k√∂nnen, aber das ist nicht m√∂glich, wenn es vorher schon nicht ging.
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  7. #2167
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    Ich stimme euch allen zu.

    zu einem geht es ums gut. gr√ľnde bereits genannt.

    zum anderen gibt es noch viele Baustellen damit es wirkliche Gerechtigkeit gibt.

    Zum Beispiel mussten wir darum kämpfen dass unser eines Krankenhaus erhalten bleibt.
    auf dem land gibt es zu wenig ärzte und therapeuten.

    ich habe von mitbeeintr√§chtigten √∂fters geh√∂rt dass sie sich oft wie Menschen 2. klasse behandelt f√ľhlen.

    Ich hatte mal chance gehabt ein minijob als aushilfe zu kriegen aber die m√ľhlen der B√ľrokratie machte uns ein strich durch die Rechnung. sind einige Beispiele.


    andererseits geht es mir auch gut. hab gutes zu hause, kann gut essen, hab gute Betreuung....
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  8. #2168
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    Ich persönlich habe schonmal am Existenzminimum gelebt , und bis zum späten Teenageralter Spendeklamotten vom Roten Kreuz getragen.
    Es ist nicht sch√∂n, aber man kann so leben und √ľberleben. Hungern musste ich nie. Im Vergleich zur anderen L√§ndern ist hier das Minimum mehr als anderswo. Nehmen wir zb. unsere osteurop√§ischen Nachbarn zum Vergleich. Wenn du in Polen keine Arbeit findest , dann hast du ein Problem. Denn so viel Hilfe vom Staat wie hier gibts nicht. So sind die Menschen deutlich weniger w√§hlerisch , was die Arbeitsuche betrifft als zb. in Deutschland. Auch wenn die Arbeitsumst√§nde oft miserabel sind. Spargelstechen, auf dem Bau und in der Gastronomie arbeiten, oder Altepflege , das will in Deutschland doch keiner mehr machen. Klar,gibt es oft gute Grunde daf√ľr, aber wenn es einem schlecht geht, dann ist man nicht in der Position w√§hlerisch sein zu k√∂nnen.

    Und vor allem, Deutschland bietet nach wie vor M√∂glichkeiten. Fr√ľher hat ich nichts, hab einen einfachen Beruf erlernt ( Maurer). Heute hab ich ein Eigenheim, zwei Autos, und ne PS4. . Alles selber hart erarbeitet.
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