PSYCHOBUBE

"Oh wie süüüüüüß, ein Pferdchen!" 2- oder ist Garanty garantiert lieb?

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von am 05.02.2012 um 21:25 (1446 Hits)
Mein erstes eigenes Pferd war ein hübscher Rappe. Geboren im Jahre 1994, Hispano-Arabe, eine ziemlich neue Rasse die durch eine Kreuzung von Andalusier und Araber entstand. Und als Blesse hatte er ein Halbmond. Er war nicht ganz so stark wie Yoyo aber für ein guten Reiter ein gutes Pferd. Nur das Problem war, ich war damals kein guter Reiter. War zwar nicht schlecht aber sehr unerfahren. Und hatte so gut wie kein Durchsetzungsvermögen.
Ritt zwar schon seit dem 8 Lebensjahr, aber intensiv, also mehrmals in der Woche erst im Jahre 2000, da war ich Reitbeteiligung.

Als wir Sommer 2000 nach Spanien zogen erfüllten meine Eltern mir zum 17. Geburtstag mein größten Wunsch- ein eigenes Pferd. Garanty kurz Gary war das 3. Pferd den ichprobierte. Beim Proberitt ging alles gut. Ein sehr guter Freund, einer meiner ersten und besten Freunde da, der klasse reiten konnte begleitete mich im Auftrag unserer Reitlehrerin und war begeistert von Garanty. Schritt und Trab ging bei mir gut und ihn zum Gallop zu bringen (ich konnte faule oder bequeme Pferde nicht ganz so gut in Galopp bringen; Durchsetzungsmangel und ich sucht den Fehler bei mir, was auch richtig ist) würde mit der Zeit kommen. Ich hatte noch viel zu lernen. Mein Kumpel ritt ihn auch. Und klasse! Das Pferd war damals erst 6 Jahre alt. Wir hatten schöne Jahre vor uns. Dachte ich damals. Tierarzttest hatte er auch bestanden, und ich war zum ersten Mal Pferdebesitzer. Er kam mitte der Woche zu dem Stall wo ich ritt und paar Tage später fuhren meine Eltern zu seinem vorherigen zu Hause um ihn zu bezahlen. Währenddessen fiel ich von ihm. Ausgerechnet in eine Pfütze. Hatte sich erschrocken. Damals war ich noch nicht so Sattelfest. Paar Tage später kam der 2. Sturz. Da fiel ich unglücklich und seeeeeehr schmerzhaft. Bevor ich mich aufraffen konnte lag ich auch eine Weile. Vor Garanty war ich in meinem Leben 15 mal vom Pferd gefallen. So fiel ich von Gary regelmäßig runter. Durchschnitt war 2mal in der Woche. Und wenn es sehr windig war, fiel ich durchaus auch mal am Tag 2mal. Er buckelte viel und riss dabei den Kopf runter, so dass ich schon nach vorne fiel.... Weiteres Problem, ich kriegte ihn nicht in Galopp, nur wenn der Herr mal das Gefühl hat, sehr viel Bewegung könnte nicht schaden. In dem Falle, konnte ich mit ihm nur gallopieren und nicht anderes gescheites. Im ersten Monat hatte ich richtig Angst gekriegt. Ich war sowieso ein Schisser. Da mussten immer paar andere Reiter vor mir drauf damit er bei mir nicht mehr so wild war. Ich nannte ihn immer Gary, also werde ich das hier auch tun. Nach einem Monat redete meine Reitlehrerin mit meiner Mutter, über die Frage ob ich nicht besser ein anderes Pferd nehme. Ich mochte Gary, ich liebte ihn. Und ich war auch etwas stur. Ich hatte ein Monat Zeit meine Angst in den Griff zu kriegen. Und ich schaffte es! Ich fiel weiter runter und hatte auch immer eine Weste an, aber ich härtete ab, so dass auch später Stürze ohne Sicherheitsweste so waren, als ob ich auf eine Turnmatte falle.

Andere Probleme die ich mit Gary hatte waren, dass er an anderen Pferden klebte. Tun viele Pferde, weil sie Herdentiere sind, aber Gary so extrem, dass man als willensschwacher Reiter keine Chance hatte. Und ich kriegte Gary schwer in Gallop. Er war sehr triebig. Meine Schenkelhilfen nahm er nicht an. Ich hatte den Eindruck ich würde ein Holzblock reiten. 90% aller Probleme beim reiten sind die Schuld vom Reiter. und ich sage euch, so sind die Probleme leichter zu beheben. Bei den 10% ist es schwierig und frustrierend. jedes Mal nach einem missglückten angallopierversuch fragte ich meine Reitlehrerin was ich falsch machte, und sie antwortete mir, dass ich gar nichts falsch mache. Gary hatte keine Lust.
Einmal war ich schadenfroh Gary buckelte in einer Pfütze in der Bahn und stolperte dadurch. Und tauchte mit seinem Kopf voll in die Pfütze rein. Sein Kopf war klatschnass Ich musste zwar meine Trense putzen und sein Kopf auch, aber....he he he
Nach ca. einem halben Jahr wurde ich Sattelfest, beim Faschingsreiten war ich ein schwarzer Reiter aus Herr der Ringe. Anscheinend war meine Verkleidung zu überzeugend, da Gary alles versuchte um das Monster loszuwerden. Ich muss zu seiner verteidigung sagen, Flatterne Dinge können Pferden Angst machen, wenn sie nicht daran gewohnt sind. Pferde sind Fluchttiere. Deshalb steckte ich mein Umhang extra in mein Gürtel. Bevor mir Gary ein Schock fürs Leben kriegt. Doch beim Aufsteigen rutschte mir mein Umhang schon raus. Gary kriegte zwar kein Schock fürs Leben, mein Vater aber schon Er sah mich schließlich das erste Mal auf Gary reiten. Kaum war ich in der Bahn fing Gary an zu buckeln. Ich hatte keine zeit mich festzuhalten, da die Bahn voll war und ich dieses buckelnde etwas unter mir irgendwie lenken musste. Wenn schon die Bremsen versagt hatte. nach paar Minuten verlor ich ein Steigbügel. Gary buckelte munter und verzweifelt weiter. Der Ringgeist auf ihn wollte einfach nicht weg. Paar Minuten später hatte Gary es geschafft. Der böse Ringgeist lag auf dem Boden und war ziemlich schlecht gelaunt (ein Glück dass er nicht mehr auf Gary saß) Gary war erleichert als ich runterfiel, aber er stand mit dieser Meinung allein. Der Sturz soll ziemlich heftig ausgesehen haben. Alle Zuschauer haben die Luft angehalten. Ich habe nichts gespürt, dabei hatte ich keine Schutzweste an. Brauchte ich nicht mehr. Auf jeden fall als ich Gary zur Box führte kam Mama und fragte ob alles in Ordnung sei, und ich sagte nur im pissigen Ton:" alles Okay." und als ich Papas besorgtes Gesicht sah, fragte ich nur "Was?" Ich habe nicht geschlagen. Ich wusste er hatte nur Angst gehabt. Nachdem ich ihn in der Box absattelte, ritt ich auf einem schwarzen Schulpony, dass sehr ruhig war. Im vergleich zu Gary gemütlich. Und wenn man bedenkt dass ein schwarzer Reiter...... den Rest könnt ihr euch denken
Paar monate später hatte ich endlich gelernt mich durchzusetzen. Ich konnte ihn endlich jederzeit zum Gallop bringen, kriegte ihn von anderen Pferden weg und konnte Buckeleien problemlos standhalten. Nur das Blöde war, Gary mochte seine Bossrolle nicht aufgeben. Auch verständlich. So musste ich die Gerte ziemlich stark nutzen. Ich hielt sie wie ein Schwert und dann auf dem Arsch. Und das jedesmal wenn ich galoppieren wollte oder ihn von anderen pferden wegkriegen wollte. Ausserdem musste ich beim Galoppieren die Zügel ganz lang haben, da jede unbedachte bewegung ihn sofort in Trab zurückbrachte. Normalerweise, wenn etwas nicht funktioniert müsste man mit dem Pferd Mitgefühl haben; in unserem Fall hatten die anderen eher Mitgefühl mit mir.
Und mir tat es wiederum Leid, dass ich so hart zu Gary sein musste. Ich hatte in dem Stall Glück, nach Gary ritt ich unter der Woche noch ein Pony. Auf sie konnte ich vernünftig reiten. Während der Hochsaison meiner Stürze, brachte ich es doch tatsächlich, dass ich NICHT von Gary fiel, dafür aber vom Pony.
Übringens sowohl Mama als auch Papa haben mich danach noch mal Gary reiten sehen, wo es einigermaßen gut lief. Kein Sturz und ich konnte mich durchsetzen.
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Kommentare

  1. Avatar von Foxioldi
    Gefällt mir wieder recht gut.
    Ja, Tiere haben ihren eigenen Kopf und versuchen es immer wieder, der "Chef" zu sein....
    Da muß man sich dann auch schon mal durchsetzen und über seinen eigenen Schatten springen.
    Und jedes Tier hat so seine Eigenarten.
    Was ist eigentlich aus Gary geworden?
    Aktualisiert: 05.02.2012 um 22:07 von Foxioldi