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Argumente gegen Pferdesteuer! Teil 1

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von am 25.03.2013 um 23:34 (1069 Hits)
Uns Reitern sitzt seit l├Ąngerer Zeit die Angst vor Pferdesteuern im Nacken. Viele nicht-Reiter denken, dass Pferdebesitzer reich seien und die Steuer ohne Probleme zahlen k├Ânnen. Aber das stimmt nicht. Hundesteuer ist schon bereits unfair und was Katzensteuer betrifft? Ich kenne viele Pferdebesitzer, die einfache Menschen sind. Einige sind Handwerker. Andere Krankenpfleger.
In Gro├čst├Ądten sind Pferdebesitzer oft besser betuchter da die Boxmieten gr├Â├čer sind. Aber auf dem Land trifft man alle soziale Schichten im Stall. Was ich sehr begr├╝├če.
Es ist sch├Ân wenn alle soziale Schichten im Reitstall vorkommen. Und alle mit einer besonderen Gemeinsamkeit, n├Ąmlich die Leidenschaft f├╝r Pferde.
es gibt viele Argumente gegen Pferdesteuer, und damit ich nicht alles Wiederhole werde ich mal einen Artikel von der offiziellen Webseite der Reiterlichen Vereinigung posten, hinterher f├╝ge ich noch paar pers├Ânliche Dinge hinzu:

Argumente gegen die Pferdesteuer
Warum die Pferdesteuer unsinnig ist...
Keine Luxussteuer
Eine Reitpferdesteuer w├Ąre als Luxussteuer nicht haltbar, denn die meisten Reiter bzw. Eltern reitender Kinder sind Angeh├Ârige mittlerer Einkommensgruppen. Einzelne spektakul├Ąre Transaktionen, die beispielsweise beim Vereinswechsel von Fu├čballspielern ├Âfter vorkommen, d├╝rfen nicht dar├╝ber hinweg t├Ąuschen, dass sich die meisten Reiter die Haltung ihrer Pferde erst durch Verzicht auf anderen Gebieten erm├Âglicht. Reiten ist kein Sport f├╝r Privilegierte; Reiten ist schon vor langer Zeit zum Volkssport geworden!
86 Prozent der in Deutschland gehaltenen Pferde werden als Freizeitpferde gehalten. Das Gros hat einen Wert, der nur bei einigen hundert Euro liegt. Es ist widersinnig, eine j├Ąhrliche Steuer zu erheben, die den Wert der Sache ├╝bersteigt.
Reiten bedeutet Sportaus├╝bung
Pferdebesitz ist kein Selbstzweck, sondern dient der Aus├╝bung von Sport. Sport ist f├Ârderungsw├╝rdig und wird von der ├Âffentlichen Hand gef├Ârdert. Es w├Ąre daher unsinnig, wenn die ├Âffentliche Hand auf der einen Seite den Sport f├Ârdert und ihn gleichzeitig auf der anderen Seite besteuert. Mit einer Pferdesteuer w├╝rde erstmals ein Sportart besteuert!
Reitsport ist Jugendsport
Der Reitsport wird in erster Linie von der Jugend ausge├╝bt, denn 50 Prozent der organisierten Reiter und 75 Prozent der Aktiven sind unter 21 Jahre alt. Die Pferdesteuer w├╝rde sich daher prim├Ąr gegen die Jugend richten. Der Pferdesport holt die Jugendlichen vom Fernseher weg, sie treiben Sport, lernen Verantwortung f├╝r ein ihnen anvertrautes Tier zu ├╝bernehmen und bet├Ątigen sich sinnvoll; sie sind ÔÇ×von der StrasseÔÇť. Das Loblied, das St├Ądte und Gemeinden ihren Sportvereinen in Bezug auf Sozial- und Jugendarbeit singen, gilt auch f├╝r Reitvereine und Reiterh├Âfe ihrer Kommune. Hier wird Sport getrieben und gleichzeitig Jugend- und Sozialarbeit geleistet. Eine Pferdesteuer w├Ąre ein Affront gegen die engagierte Arbeit der gemeinn├╝tzigen Reitvereine und Reiterh├Âfe in ihrer Region.
Reiten ist Gesundheitssport
Seit April 2008 ist Reiten vom Deutschen Olympischen Sportbund als Gesundheitssport anerkannt; nur sechs Sportarten haben bisher die strengen Auflagekriterien erf├╝llt und k├Ânnen Gesundheitsangebote mit dem Qualit├Ątssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifizieren. Eine Pferdesteuer w├╝rde sich also auch gegen die Gesundheitsf├Ârderung unserer Gesellschaft richten.
Pferde helfen behinderten Menschen
Sehr h├Ąufig werden Pferde im Therapeutischen Reiten zur Behandlung und Rehabilitation kranker und behinderter Menschen eingesetzt. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist auch hier sehr hoch.
Reitsport ist ein wirtschaftlicher Faktor
Der Reitsport stellt einen sehr wesentlichen volkswirtschaftlichen Faktor dar (Tier├Ąrzte, Beschlagschmiede, Futtermittelhandel, Reitsportausr├╝stung, Stall- und Sportst├Ąttenbau etc.). Eine Pferdesteuer w├╝rde sich somit auch nachteilig auf Unternehmen, Handel und Gewerbe in Ihrer Gemeinde auswirken. Auch am Arbeitsmarkt w├Ąren Auswirkungen sp├╝rbar, da vier Pferde einen Arbeitsplatz schaffen.
Bedeutung f├╝r die Landwirtschaft
Pferde stellen in Deutschland f├╝r die h├Ąufig arg bedr├Ąngte Landwirtschaft eine alternative Einkommensquelle dar. Im Vordergrund stehen die Produktion und der Verkauf von Futter und Einstreu. Dar├╝ber hinaus stellt f├╝r viele Betriebe die Bereitstellung von Weidefl├Ąchen und die Pensionspferdehaltung einen alternativen Betriebszweig dar. Die Erhaltung und die Ausbreitung des Pferdesports und die damit einhergehende Einkommensverbesserung der Landwirtschaft ist also von ├Âffentlicher Bedeutung.
Pferdesteuer ruiniert Pensionsstallbetreiber
In fr├╝heren Jahren f├╝hrten Landwirte sieben Prozent ihrer Einnahmen aus dem Pensionsstallbetrieb an Mehrwertsteuer ab. Vor einigen Jahren wurde dieser Mehrwertsteuersatz auf 19 Prozent erh├Âht. Diese Anhebung lie├č sich bei den Pferdebesitzern aber nicht durchsetzen, so dass sie zu erheblichen Einkommensverlusten bei den Stallbetreibern f├╝hrte. Wenn der Stallbetreiber jetzt auch noch eine Pferdesteuer abf├╝hren soll, die er nicht an seine Kunden weitergeben kann, f├╝hrt dieses zwangsl├Ąufig zu seinem wirtschaftlichen Ruin. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch die Verteuerung der Futtermittel, die darauf zur├╝ckzuf├╝hren ist, dass immer mehr Fl├Ąchen f├╝r die Produktion nachwachsender Rohstoffe ben├Âtigt werden.
Auf Pferdesteuer folgt Steuerflucht
Bitte bedenken Sie, dass es bei Einf├╝hrung einer Pferdesteuer zu einem Ausweichen der Pferdebesitzer in Randbezirke anderer Gemeinden kommt. Auch Reiter von au├čerhalb Ihrer Gemeinde k├Ânnten die Wege Ihrer Kommune benutzen, ohne hierf├╝r Pferdesteuer bezahlen zu m├╝ssen. Eine Steuergerechtigkeit w├Ąre somit nicht gegeben.
Pferdesteuer als Lenkungssteuer ungeeignet
Eine Pferdesteuer k├Ânnte niemals eine Lenkungssteuer sein, wie sie beispielsweise die Hundesteuer darstellt. Die Hundesteuer verfolgt in erster Linie den Zweck, die Hundehaltung und die damit verbundenen Bel├Ąstigungen und Gefahren f├╝r die Allgemeinheit einzud├Ąmmen. Durch die gro├če Zahl der Hunde und ihre Haltung in enger Lebensgemeinschaft mit dem Menschen kommt es zu Verschmutzung der unmittelbaren menschlichen Lebensbereiche und damit zu gesundheitlichen Gefahren. Pferde werden au├čerhalb von Wohngebieten gehalten und entweder auf Reitpl├Ątzen oder auf Wegen abseits von Siedlungsgebieten genutzt. Deshalb k├Ânnen die Beeintr├Ąchtigungen f├╝r die Allgemeinheit vernachl├Ąssigt werden. Wer die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors ÔÇ×PferdÔÇť kennt, sollte kein Interesse an der Reduzierung des Pferdebestandes haben und daher keinen Vergleich mit der Hundesteuer suchen.
Keine Aufwandsteuer
Da die meisten Pferde auf Reitpl├Ątzen bewegt werden, k├Ânnen einzelne Sch├Ąden an Stra├čen und Wegen vernachl├Ąssigt werden. F├╝r eine Aufwandsteuer m├╝sste jede Gemeinde ihren Aufwand exakt ermitteln und beziffern.
├ľffentliche F├Ârderung
Der Pferdesport wird von Gemeinden, Landkreisen und dem Land in beachtlicher H├Âhe finanziell gef├Ârdert. Im Gegenzug werden f├╝r diese F├Ârderung hohe Eigenleistungen erwartet. Reitvereine betreiben eigene Anlagen, f├╝r deren Unterhaltung die Mitglieder deutlich mehr Leistungen erbringen m├╝ssen als Mitglieder von anderen Vereinen, die kommunale Sportst├Ątten nutzen.
Pferdesteuer contra Steuerbefreiung und Steuererm├Ą├čigung
Bund und L├Ąnder gew├Ąhren Sport- und Reitvereinen umfangreiche Steuerbefreiungen und Steuererm├Ą├čigungen (K├Ârperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Verm├Âgenssteuer, Grundsteuer, Umsatzsteuer, Kfz-Steuer f├╝r Sportanh├Ąnger). Eine Pferdesteuer st├╝nde in uneingeschr├Ąnktem Gegensatz zu den vorgenannten Steuerregeln. Sie w├╝rde diese unterlaufen und ist daher in logischer Konsequenz unrechtm├Ą├čig.
Ehrenamtliche Leistungen werden unterlaufen
Die F├Ârderung des Ehrenamtes und des b├╝rgerschaftlichen Engagements haben sich die L├Ąnder, St├Ądte und Gemeinden auf die Fahnen geschrieben. Im Pferdesport und in den Reitvereinen ist das ehrenamtliche Engagement besonders gro├č. Die Einf├╝hrung einer Pferdesteuer in Ihrer Kommune w├Ąre ein Schlag ins Gesicht all derer, die in Reitvereinen ehrenamtlich aktiv sind und w├╝rde daher die Bem├╝hungen das Ehrenamt zu f├Ârdern untergraben.
Durchsetzbarkeit
Zumindest Landwirte w├╝rden ihre Pferde zu Zuchttieren erkl├Ąren, so dass sie nicht unter die Steuerpflicht fallen. Bei Einf├╝hrung einer Pferdesteuer w├╝rden die Gemeinden mit Klagen ├╝bersch├╝ttet. Landwirte und Gewerbetreibende klagen u.a. wegen Wettbewerbsverzerrung.
Tierschutzgesetz
Die Zulassung von Medikamenten ist teuer, sodass es nur wenig Medikamente f├╝r Pferde gibt. Damit Tier├Ąrzte auf Medikamente aus dem Humanbereich und auf Medikamente anderer Tierarten zur├╝ckgreifen k├Ânnen, haben nahezu alle Besitzer ihre Pferde im Equidenpass als ÔÇ×nichtlebensmittellieferndÔÇť eingestuft. Das Pferdefleisch gelangt also nicht in die Lebensmittelkette. Das Tierschutzgesetz verbietet die T├Âtung von Wirbeltieren, wenn diese nicht der Lebensmittelgewinnung dient. Nichtlebensmittelliefernde Pferde k├Ânnen also nicht get├Âtet werden, wenn sie aus dem Sport ausscheiden. Die Besitzer sind verpflichtet, diese Pferde bis an ihr Lebensende zu halten; erst dann ist eine Euthanasie m├Âglich. Die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes belasten die Pferdebesitzer auch wenn das Pferd nicht mehr sport- und freizeitm├Ą├čig genutzt werden kann. Wenn f├╝r diese Gnadenbrottiere jetzt noch Pferdesteuer abzuf├╝hren ist, werden k├╝nftig nicht nur Hunde, sondern auch Pferde ausgesetzt (siehe Beispiel Irland).
Reitwege in NRW
In NRW wird die Einf├╝hrung einer Pferdesteuer oft mit den Kosten f├╝r die Instandsetzung von speziell angelegten Reitwegen begr├╝ndet. Dieses ist in keiner Weise haltbar, da Reiter in NRW seit Jahren f├╝r das Ausreiten eine j├Ąhrliche Reitabgabe entrichten m├╝ssen. Diese Gelder sind genau f├╝r die Instandsetzung von Reitwegen zweckgebunden einzusetzen, wobei hier festgehalten werden kann, dass diese Mittel seitens der Kommunen oft nur unvollst├Ąndig oder gar nicht abgerufen werden.

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